Selbsttest: Ortsunabhängiges Arbeiten – Haben Sie das Zeug dazu?

by Tom on 30. März 2011 · 7 comments

Ortsunabhängiges Arbeiten kann ganz schön hart sein

Nicht jeder ist geeignet für ein Leben außerhalb des Großraumbüros. Wer mehr will als einen 9-to-5-Job und von einem mobilen Arbeitsplatz träumt, muss einige Fähigkeiten für seinen Erfolg mitbringen. Drei der wichtigsten Kompetenzen, die Sie brauchen, und drei nicht ganz ernstgemeinte Vorschläge, wie Sie testen können, ob Sie sie besitzen:

Belastbarkeit

Egal, ob Sie Ihre Arbeit mit einer Weltreise kombinieren oder an die Bedürfnisse Ihrer Kinder anpassen wollen: Sie werden in jedem Fall eine ganz neue Dimension von Stress erfahren. Belastbarkeit ist daher das A und O, um die Widrigkeiten des ortsunabhängigen Arbeitens zu bewältigen.

Test: Steigen Sie um sieben Uhr morgens in einen öffentlichen Bus voller Grundschüler und wählen Sie nach Möglichkeit einen äußerst unbequemen Standplatz in der Nähe des Einstiegs. Rufen Sie einen Geschäftspartner an und führen Sie ein seriöses Gespräch. Balancieren Sie dabei eine zu kleine, zu schwere Laptoptasche auf Ihrem rechten Knie, während Sie mit Ihrer linken Hand Notizen machen.

Das Gespräch war erfolgreich? Gratulation! Ein Bus voller Hühner und Ziegen in Sumatra kann einen Profi wie Sie bestimmt nicht aus der Ruhe bringen.

Flexibilität

Zeitverschiebungen, atypische Arbeitsbedingungen und unvorhergesehene Schwierigkeiten: Ohne das Sicherheitsnetz von Vorgesetzten, Kollegen und Support direkt vor Ort müssen Sie viele Probleme selbst lösen können. Es schadet daher nicht, neben Belastbarkeit auch Flexibilität mitzubringen. Wer sich schnell auf unerwartete Situationen einstellen kann, hat eindeutig einen Vorteil bei deren Bewältigung. Und wer sich auf einen mobilen Arbeitsplatz einlässt, wird viele Überraschungen erleben…

Test: Packen Sie Ihren Laptop ein, einen Spielwürfel und die Unterlagen zu einem wichtigen Auftrag, der demnächst fällig wird. Gehen Sie in ein Café mit WLAN, zu kleinen Tischen und zu lauter Musik. Versuchen Sie dort, den Auftrag zu erfüllen und Ihr Facebook-Profil upzudaten. Alle 15 Minuten müssen Sie würfeln: Bei jeder ungeraden Zahl simulieren Sie einen Abbruch Ihrer Internetverbindung für 15 Minuten. Bei geraden Zahlen dürfen Sie weiterarbeiten. Gerne können Sie während dieser Übung auch mit dem Laptop in der Hand im Café herumwandern und angestrengt die Stelle für den besten WLAN-Empfang suchen. Der Realismusgehalt der Aufgabe erhöht sich zusätzlich, wenn Sie eine Tasse Café mit Schwung über Ihre Tastatur verteilen oder einen anderen Gast bitten, über Ihr Stromkabel zu stolpern.

Sie haben ihre Aufgabe erfüllt, Ihr Spiegelbild wirkt glücklich und Ihr Laptop ist noch intakt? Gut. Nehmen Sie jetzt Ihren fertigen Auftrag und löschen ihn von der Festplatte. Noch immer kein nervöses Zucken um den Mund? Dann sind Sie geborenes Beyond-9to5-Material!

Disziplin

Arbeiten am Strand, auf der Terrasse, im Café – klingt einfach traumhaft? Ist es auch. Nur droht eine große Gefahr: Dass das Wörtchen Arbeit über all den schönen Ablenkungen des Lebens vergessen wird. Der Luxus, sich die eigene Zeit frei einteilen zu können, verlangt nach Disziplin und gutem Zeitmanagement. Schließlich ist mobiles Arbeiten nicht gleichzusetzen mit Urlaub.

Test: Wählen Sie einen besonders schönen, heißen Sommertag. Ketten Sie sich an Ihren Laptop und gehen Sie ins Freibad. Breiten Sie dort Ihr Handtuch je nach persönlicher Vorliebe neben einer schönen Frau oder einem attraktiven Mann aus. Sprechen Sie mit dieser Person kein Wort und würdigen Sie sie keines Blickes. Bitten Sie einen guten Freund, Sie im Halbstundentakt anzurufen und auf ein kühles Bier einzuladen. Sagen Sie jedesmal wieder Nein.

Sie haben mindestens vier Stunden durchgehalten und eine wichtige Arbeitsaufgabe abgeschlossen? Kein irisches Pub kann Sie von Ihrem Erfolg abhalten.

Sie haben alle Aufgaben ausprobiert und mit Bravour bestanden? Wunderbar! Sie sind der perfekte Typ für einen mobilen Arbeitsplatz.

Natürlich ist unser Test etwas übertrieben und mit einem Augenzwinkern zu lesen. Verteiltes bzw. ortsunabhängiges Arbeiten verlangt trotzdem manchmal einiges an Aufwand ab, und die Entscheidung, die ganze Welt als Büro zu nutzen, sollte wohlüberlegt sein. Die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen, ist jedenfalls von Vorteil, bevor man sich für ortsunabhängiges Arbeiten entschließt.

Arbeiten Sie selbst an jedem Ort und in fast jeder Lebenslage und finden noch weitere Kompetenzen wichtig?
Welche Fähigkeit wurde bei Ihnen am stärksten auf die Probe gestellt, als Sie sich für ortsunabhängiges Arbeiten entschieden haben?

 

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1 Christopher A. März 30, 2011 um 16:07

Die Testaufgaben sind zwar wirklich ein wenig überspitzt (also Hut ab vor demjenigen, der alle Aufgaben ausprobiert hat), aber ich finde im Grunde hast du damit die wesentlichen Herausforderungen von ortsunabhängigem Arbeiten auf den Punkt gebracht. Für jemanden, der gerade vor der Entscheidung steht, diese neue Form der Arbeit für sich zu entdecken, gibt der Post, finde ich, auch ganz ernst gemeinte Anregungen.
Als ich begonnen habe von Neuseeland aus zu Arbeiten, sind einige Ablenkungen und unerwartete Probleme auf mich zugekommen. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, mich nicht mehr vom wunderschönen Rundherum ablenken zu lassen. Hab auch das Gefühl, mich dadurch persönlich wirklich weiterentwickelt zu haben.

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2 Lisa-Marie März 30, 2011 um 17:49

Witziger Test, hinter dem aber durchaus was Wahres steckt. Verdiene mein Geld jetzt schon länger von Mallorca aus und habe selbst schon ein paar der genannten Tests bestehen müssen. Ich sage nur : Probleme mit WLAN-Empfang, Führung von wichtigen Geschäftsgesprächen an den unmöglichsten Orten und Ablenkung durch Strand und Meer.

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3 Tom Rechberger April 1, 2011 um 11:11

Sehr unterhaltsamer Test. Kann aus eigener Erfahrung berichten, dass besonders bei schönem Wetter die Versuchung sehr groß ist, z.B. vom Park aus zu arbeiten. Meistens klappt es bei mir auch wirklich gut und ich bin sehr produktiv dabei. Nur manchmal lass ich mich dann doch von meiner Umgebung ablenken. Von daher finde ich, dass vor allem der Disziplin Test Sinn macht. Denn ohne Disziplin lässt du dich leicht einfach so dahintreiben und erbringst deine Leistungen nicht mehr so gut.

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4 Felix L. April 2, 2011 um 19:23

Arbeite jetzt schon seit zwei Jahren von den verschiedensten Orten aus für meine Firma. Am Anfang war es wirklich eine große Umstellung für mich, nicht fixe Arbeitszeiten im Büro zu haben und selbst zu bestimmen wann und wo ich arbeiten möchte. Wie schon Tom R. gesagt hat, hab auch ich mich zuerst ziemlich ablenken lassen. Daher habe ich mir einen eigenen Plan für mein Zeitmanagement erstellt und genau festgehalten wann und wie viel ich arbeiten muss um auf mein Pensum zu kommen. Funktioniert heute sehr gut.

Liebe Grüße aus Carolina, Felix

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5 smartsocial Juli 21, 2011 um 15:37

Von zu Hause arbeiten kann seine Vor und Nachteile mit sich bringen.
Ich persönlich bervorzuge es im Büro zu arbeiten, da ich Zu hause viel Ablenkung habe. Jedoch ist mi dem Richtigen Timemanagement und Plan auch ein Arbeiten ausserhalb des Büros durchausmachbar. Es erfordert halt ein wenig an Disziplin.

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