Zeitmanagement & Effizienz verbessern mit Tiny Habits

by Katharina on 2. Dezember 2013 · 0 comments

Langsam zum Ziel - Schneckentempo zahlt sich aus!

“Mit Tiny Habits können Sie Ihr Leben für immer verändern.” Tiefgestapelt wird nicht: Der Einstieg auf BJ Foggs Website Tiny Habits klingt mehr nach Lifestyle-Guru als nach seriösem Wissenschaftler. Tatsächlich handelt es sich bei dem sympathischen Mittvierziger um einen etablierten Harvard-Professor. Spezialgebiet: Verhaltensforschung. Sein Programm Tiny Habits soll dabei helfen, neue Gewohnheiten im Leben zu verankern. Was dran ist? Wir haben Tiny Habits dem Praxistest unterzogen.

Aller guten Dinge sind drei

Laut Fogg gibt es drei Auslöser für bleibende Verhaltensänderungen:

  • Erleuchtung
  • Veränderung des Umfelds
  • Kleine Schritte

Nachdem Erleuchtungen auf Knopfdruck eher selten sind und Veränderungen des Umfelds gemeinhin mühsam, bleibt Variante drei: Kleine Schritte. Richtig kleine Schritte. BJ Fogg setzt nicht auf den schnellen Wurf, sondern auf die Kunst der Verführung: Wer einmal den ersten Schritt getan hat, so die These, kann vom Hochgefühl des Erfolgs gar nicht mehr genug bekommen – und wird automatisch zum Wiederholungstäter.

Motivation + Kompetenz + Trigger = Verhalten

Das ist die Zauberformel, die Tiny Habits zugrunde liegt. Wenn wir neues Verhalten erlernen möchten, sind besonders zwei Dinge wichtig: Ein genaues, möglichst einfaches Ziel und ein gut gewählter Trigger, ein bestehendes Verhalten, das als Anker für die neue Gewohnheit dient. Die Maxime ist: Je kleiner, desto besser. Ein kleines Ziel ist leichter erreichbar und sorgt für rasche Erfolgserlebnisse. Dadurch ist gesichert, dass wir das neue Verhalten gerne wiederholen. Schritt für Schritt nähern wir uns so unseren großen Zielen an.

Mehr als 16.000 Menschen haben das Programm seit Dezember 2011 schon absolviert. Einer davon bin ich. Das Mitmachen ist denkbar einfach: Kaum habe ich auf “Join” geklickt, erreicht mich eine E-Mail mit einem Link zu einem Google Doc Formular: Hier darf ich aus vorgefertigten Tiny Habits auswählen – die meisten kreisen um Sport, Entspannung, Ernährung und Hygiene. Zeitmanagement und Effizienz sind nicht dabei. Ich nutze also die Möglichkeit, meine drei Tiny Habits selbst zu definieren. Anschauliche Beispiele („NACH jedem Toilettenbesuch mache ich ein Push-up.“) erleichtern die Formulierung. Bei der Einschätzung, wie tauglich das eigene Ziel für ein Erfolgserlebnis ist, helfen diese Reviews.

Was danach kommt, ist simpel, aber effektiv: Fünf Tage lang fragt mich BJ Fogg per automatisierter E-Mail, ob ich mich an meine guten Vorsätze gehalten habe. Die Antwort gebe ich in Form von Buchstaben: “yyy” bedeutet, ich habe alle drei Habits durchgezogen. Das schaffe ich vier von fünf Mal. Das Feedback, dass ich bekomme, ist vermutlich vollautomatisch, aber trotzdem motivierend: “You don’t need to be perfect this week. Just be practicing.” Tatsächlich macht Tiny Habits gute Laune – und wenig Arbeit. Alles in allem sind es Kleinigkeiten, die ich verändert habe: Ich packe meine Tasche für den nächsten Tag jetzt schon abends, direkt nachdem ich nach Hause komme. Ich plane jeden Termin mit einem Zeitaufschlag. Und ich habe, Schritt für Schritt, den Snooze Button aus meinem Leben verbannt. Das alles sind winzige Veränderungen, die aber in ihrer Gesamtheit zu einem besseren Zeitmanagement geführt haben. Der größte Vorteil von Tiny Habits aus meiner Sicht: Anstatt sich vorgefertigten Rezepten zu unterwerfen, steckt man sich persönliche Ziele. Das Leben verändert sich dann tatsächlich – nicht radikal, aber Schritt für Schritt.

Sie wollen Tiny Habits ausprobieren? Auf dem Weg zum besseren Menschen wird man von Mr. Fogg freundlich an der Hand genommen: Bei Tiny Habits kann jeder kostenlos mitmachen. Wöchentlich starten neue Klassen, für die man sich über den Online-Service Eventbrite anmelden kann.

BJ Fogg über Tiny Habits auf der TEDxFremont 2012

 

Trackback URL: http://www.beyond-9to5.de/4146/zeitmanagement-effizienz-verbessern-tiny-habits/trackback/

Leave a Comment