Im Brennpunkt: „Mythos“ zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten? – Gastpost von Peter Hinzmann

by Peter Hinzmann (Gastpost) on 8. Juni 2011 · 3 comments

Arbeiten von überall - Top oder Flop?

Wir haben uns Jahrhunderte lang Gedanken gemacht: „Wie kann ich es alles einfacher, schneller und besser machen?“ Ergebnis: Das Internet. Das Virtuelle wird zum Realen. Es ermöglicht uns viele Dinge, zum Beispiel auch, unter gewissen Umständen unsere Arbeit zeit- und ortsunabhängig zu organisieren.

Vielen Menschen, die ich gefragt habe, wäre das Arbeiten ohne Büro, ohne feste Arbeitszeiten, ohne Ihren Watercooler-Gang ein Gräuel. Und viele Unternehmen können sich gar nicht vorstellen, dass Mitarbeiter ihre Arbeit auch von einem beliebigen Ort aus erledigen könnten. Ließen sie sich auf das Abenteuer „Arbeiten von überall“ ein, würden beide dem Parkinsonschen Gesetz entrinnen – aber die Angst vor „Neuem“ ist offensichtlich oft mächtiger als sein möglicher Ertrag.

Dennoch tönt es seit Neustem aus allen Richtungen: Orts- und zeitunabhängiges Arbeiten wird hip. Große Firmen bieten Ihren Mitarbeitern schon länger die Möglichkeit des Telecommutings an. Aber auch für kleinere Unternehmen beginnt nun die Zeit, in der durch das Web neue Arbeitsformen Einzug halten.

Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten trotz aller medialen Aufmerksamkeit, die das Thema im Augenblick erfährt, nicht gewünscht ist. Eine Arbeitsstelle an einem festen Ort zu festen Zeiten in einer festen Hierarchie mit einer festen Struktur suggeriert natürlich: Sicherheit und einen gegliederten Arbeitsalltag. Anfangs- und Endzeiten sind genauso vorhersehbar wie Urlaubsplanung, die Zeit, wann der Brötchenwagen vor der Firma erscheint, es Mittagessen gibt oder die Arbeitszeit endet.

Dass unsere Arbeitstage insgesamt immer irgendwie stressig erscheinen, ist ja kein Geheimnis: Die Statistiken zu Stresserkrankungen sprechen eine deutliche Sprache. Widerstand regt sich: „Und dann soll ich noch ohne die Sicherheit eines geregelten Arbeitsablaufes meinen Arbeitstag gestalten?“

Wir ahnen es: Das Thema zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten ist komplex – und erfordert verschiedene organisatorische wie auch persönliche Voraussetzungen. Vor allem der eigene Umgang mit Zeit und anderen flankierenden Strukturen, wie z.B. das Setzen von Prioritäten, sind wichtige Elemente bei der Frage, ob Sie persönlich der „Typ“ für zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten wären.

Auf den ersten Blick klingt’s ja ganz toll: Zeitunabhängig. Ich kann arbeiten, wann ich will. Ortsunabhängig: Ich habe einen schicken Laptop. Aber schon beim Thema „Arbeiten von zu Hause aus“ stellen sich die ersten Probleme ein: Das Privattelefon klingelt, Kinder und andere Familienangehörige leben ihr Leben, während Sie versuchen Ihren Job zu erledigen. Das Haus zu verlassen, sich in ein Starbucks zu setzen und auf seinem Apple herumzumachen (um das klischeehafte Bild zu bedienen), ist auch nicht jedermanns Sache.

Die technischen Voraussetzungen für zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten, z.B. mobile Software für die Zeiterfassung sind längst gegeben. Damit eine neue persönliche Arbeitskultur Einzug halten kann, ist es umso wichtiger, sich selbst zu überprüfen und zu kennen.

Ich selbst habe einen nahezu „traditionellen“ Job, bei dem ich jedoch für verschiedene Teams an verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen Projekten tätig bin. Außerdem blogge ich und habe auch noch ein ganz „normales“ Familienleben. Genügend „Projekte“ also, die in Ihrer Gesamtheit „zeit- und ortsunabhängig“ sind: ein Leben eben. Wie kriege ich diese verschiedenen Anforderungen in den Griff? Das erfahren Sie in Teil 2 dieses Gastposts: Ziele setzen und erreichen – 6 Tipps für zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten.

Peter Hinzmann (c)phinzmann   Peter Hinzmann bloggt auf PHinzmann.com über persönliche Evolution im digitalen Zeitalter. Mutig, ungewöhnlich und in starken Worten: Mit dem Motto “Scheiss auf Perfektionstartete er durch und widmet sich seither den Themen Leben, Arbeiten, Lifelong Learning und Minimalismus. Dabei immer im Blick: Wie uns das Internet dabei unterstützen kann, persönlich zu wachsen. Mehr von und über Peter Hinzmann finden Sie auf Twitter.
 

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