Google Chromebook: Mythos, Masche oder Must-have?

by Tom on 13. Mai 2011 · 8 comments

Mit dem Google Chromebook kommt alles in die Cloud

Mittwoch, 11. Mai, San Francisco: Google kündigt auf der hauseigenen Konferenz Google I/O das Chromebook an. Ab 15. Juni sollen die ersten beiden Modelle auch in Deutschland verfügbar sein. Wir haben das Angebot unter die Lupe genommen – und fragen uns: Was bringt das Chromebook und für wen ist es geeignet?

Zeitsparwunder

Acht Sekunden – in dieser Rekordzeit bootet der Speedy Gonzales unter den Netbook-Alternativen. Damit ist das Chromebook eine spannende Sache für Zeitmanagement-Fans. Vorausgesetzt, Sie arbeiten gerne im Internet. Denn die Chromebooks haben alles, nur nicht eines: Eine klassische Festplatte.

Praktisch für Internetnutzer und Selbstorganisierer

Der Clou: Alle Apps, Dokumente und Einstellungen werden in der Cloud gespeichert. Das heißt, Ihre Daten bleiben online erhalten, auch falls Sie Ihr Chromebook verlieren sollten. Das Betriebssystem Chrome OS ermöglicht die Offline-Nutzung von Google Mail, Kalendar, Docs und anderen Angeboten und bietet einen Dateimanager, der es zusätzlich erlaubt, Daten lokal auf einer SD-Karte oder einem USB-Stick zu sichern. Damit sind die Chromebooks eine Alternative für alle, die ihren PC hauptsächlich für E-Mails, Internet, Textverarbeitung und Selbstorganisation nutzen – z.B. mit Hilfe von Webanwendungen wie Google Kalender, TimeTac oder Wunderlist.

Ausdauernder Dauerläufer statt Hardware-Highlight

Die ersten Chromebooks kommen von Samsung und Acer, sind klein und relativ preiswert. Das Samsung Chromebook hat eine beachtliche Laufzeit von über 8 Stunden, das Acer-Modell hält immerhin 6 Stunden durch. Beide Chromebooks sind mit dem neuen Dual-Core Atom Prozessor N570 ausgestattet. WLAN, Bluetooth, eine HD-Webcam, 2 USB-Anschlüsse, ein SD-Kartenleser und 16 GB SD-Speicher sind serienmäßig dabei, UMTS gibt es optional. Ab 349 Dollar soll das Acer-Modell laut Google-Manager Sundar Pichai zu haben sein.

Akzeptanz eine Frage der Zeit

Hat das Chromebook eine Chance auf Akzeptanz? Wir behaupten: Ja. Prinzipiell zumindest. In Amerika gibt es bereits Nachrufe auf lokal installierte Software, in Deutschland sind mehr als 70 % aller Haushalte online. Allerdings gibt es im Moment für manche Anwendungsgebiete, z.B. komplexe Bildbearbeitung, noch keine Apps, die mit professioneller klassischer Software vergleichbar sind. Teilweise gibt es außerdem noch Hemmungen, Daten in der Cloud zu speichern – trotz hoher Sicherheitsstandards und strenger Datenschutzbestimmungen sind manche User noch misstrauisch. Das Vertrauen in die Cloud entwickelt sich erst mit der Zeit. Für augeschlossene Privatuser, Schüler, Studenten und Büroangestellte ist das Chromebook aus unserer Sicht allerdings schon jetzt eine interessante Sache. Besonders, da Google Mietmodelle für Firmen und Universitäten anbieten will, die eine regelmäßige Aktualisierung der Hardware beinhalten.

Das offizielle Video zum Launch zeigt, was das Chromebook laut Google leisten soll:

Eine interessante Bilderserie zum Samsung Chromebook gibt es übrigens bei Techcrunch: zur Bilderserie.

Und, was denken Sie? Hat das Chromebook eine Chance? Nutzen Sie Anwendungen im Internet für Ihr Zeitmanagement oder andere Dinge? Welche Zweifel haben Sie, und welche Vorteile sehen Sie? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare.

 

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1 Susanka Mai 13, 2011 um 11:20

Klingt spannend. Ich nutz meinen Laptop ohnehin fast nur mehr fürs Internet, da wäre das Chromebook eine interessante Sache. Allerdings dauert’s noch ein bisschen, bis ich meinen alten Lappy in die Rente schicken werde. ;) Noch bin ich auch ohne Chromebook happy.

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2 Caro Mai 13, 2011 um 12:28

Das klingt echt spitze. Ich bin sowieso gerade dabei meinen alten Laptop auszutauschen. Da wäre das Chromebook ein super Ersatz… Und den Preis finde ich auch ok.

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3 motup Mai 13, 2011 um 13:18

Max. 8h Akkulaufzeit sind nat. kein echtes Highlight – für den Preis find ich die Idee aber sehr gut. Kann mir gut vorstellen dass diese 2. Laptop-Alternative (neben den Tablets) ebenfalls ihre Liebhaber finden wird.

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4 Roger Mai 16, 2011 um 13:13

Das Chrome Netbook ist wohl das erste Netbook das seinem Namen wirklich gerecht wird. Mir persönlich wäre das reine Speichern meiner Daten allerdings zu unsicher- die 2 Tage Offlinezeit von Googles Dienst Blogger sprechen da eine deutliche Sprache. Eine Internetverbindung ist ja eine zwingende Vorraussetzung um überhaupt damit arbeiten zu können. So abhängig möchte ich mich nicht machen und lob mir da die Möglichkeit beispielsweise einen Blogartikel erstmal Offline zu erstellen oder eben auch die Möglichkeit meine Daten auf einer Festplatte speichern zu können. Nichtsdestrotz bin ich absolut überzeugt dass das Chrome Netbook seine Käufer finden wird, allerdings ist der Netbook-Markt am schrumpfen und wirklich leicht wird es Google da garantiert nicht haben!

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5 baesslm Juni 26, 2011 um 14:53

Mich würde mal folgendes interessieren. Kann man auf dem Chromebook dann auch noch portable Programme vom USB-Stick aus starten? Mitlerweile gibt es ja zu fast allen Programmen auch eine Portable Version. Mal angenommen ich würde noch keine passende App im Chrome Web Market finden, dann könnte ich notfalls ja noch auf portable Programme ausweichen oder???

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6 Roger Juni 27, 2011 um 10:19

@ baessim ganz einfach- nein! das wurde auch dem zugrundeliegenden Modell des Chromebook widersprechen denn es sollen ja möglichst alle Daten und Programme in der Cloud bleiben.

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